SSG II verpasst Medaille denkbar knapp
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Marburg/Nürnberg, 11.05.2026
Nach einem überzeugenden Auftakt in die Saison reiste die zweite Mannschaft der SSG Blista Marburg mit viel Selbstvertrauen zum abschließenden Spieltag der 2. Goalball Bundesliga nach Nürnberg. Beim Heimspieltag Ende Januar hatte der Aufsteiger bereits sechs Punkte aus drei Spielen gesammelt und damit früh ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Entsprechend aussichtsreich war die Ausgangslage vor dem Saisonfinale: Hinter Tabellenführer RGC Hansa Rostock II lag Marburg auf Rang zwei und hatte beste Chancen auf eine Medaille.
Torreiches Duell gegen den Tabellenführer
Zum Auftakt wartete mit dem RGC Hansa Rostock II direkt die schwerstmögliche Aufgabe auf die Mannschaft von Trainer Lucas Daniel. Die Rostocker hatten zuvor sämtliche Partien der Saison vorzeitig gewonnen und unterstrichen auch gegen Marburg ihre Favoritenrolle. Der Aufsteiger musste früh einem Rückstand hinterherlaufen, hielt offensiv jedoch mutig dagegen. Zwischen beiden Teams entwickelte sich ein torreiches Spiel. Letztlich setzte sich die individuelle Qualität des Tabellenführers durch – Endstand 9:18.
Souveräner Abschluss gegen Kuchenheim
Im zweiten Spiel des Tages traf die SSG auf den TV Kuchenheim, der wie Marburg erst in dieser Saison in die 2. Bundesliga aufgestiegen war. Die Lahnstädter übernahmen von Beginn an die Kontrolle. Vor allem die Flügelspieler Tamim Raufi und Mostafa Alizade sorgten offensiv früh für klare Verhältnisse und erspielten eine komfortable 7:0-Führung. Defensiv überzeugte insbesondere Centerspielerin Jelan Alkhalaf, die die Abwehr organisierte und kaum Chancen zuließ.
Durch die deutliche Führung konnte das Trainerteam früh rotieren. Jugendnationalspielerin Dunja Radaideh feierte ihren ersten Einsatz in der 2. Goalball Bundesliga und auch Bernold Sann sammelte weitere wichtige Wettkampferfahrung. Am Ende stand ein souveräner Erfolg für die SSG – Endstand: 13:3.
Besonders dramatisch entwickelte sich anschließend der Kampf um die Medaillenränge. Während Rostock mit 15 Punkten ungeschlagen Meister wurde, beendeten gleich drei Mannschaften die Saison mit jeweils neun Punkten. Nürnberg sicherte sich dank einer Tordifferenz von +8 die Silbermedaille und zugleich den Aufstieg. Der SSV BS Königs Wusterhausen und die SSG Blista Marburg wiesen beide eine Tordifferenz von -1 auf, sodass erstmals seit Einführung der Goalball Bundesliga im Jahr 2010 die Anzahl der erzielten Tore entscheiden musste. Hier hatte Marburg am Ende fünf Treffer weniger erzielt – wodurch die Bronzemedaille hauchdünn nach Brandenburg ging und die SSG auf Rang vier zurückfiel.
„Die Mannschaft hat Charakter gezeigt“
Trainer Lucas Daniel zog trotz der knapp verpassten Medaille ein positives Fazit:„Natürlich ist die Enttäuschung im ersten Moment groß, wenn am Ende nur wenige Tore über eine Medaille entscheiden. Trotzdem können wir stolz auf unsere Entwicklung sein. Als Aufsteiger haben wir in der 2. Bundesliga sofort mit den Spitzenteams mitgehalten und bis zum letzten Spieltag um die Medaillen gekämpft. Die Mannschaft hat über die gesamte Saison hinweg Charakter, Lernbereitschaft und Zusammenhalt gezeigt. Genau darauf wollen wir in den kommenden Jahren aufbauen.“
Für die SSG II kamen am letzten Spieltag Tamim Raufi, Mostafa Alizade, Bernold Sann, Jelan Alkhalaf sowie Jugendnationalspielerin Dunja Radaideh zum Einsatz. Trainer Lucas Daniel wurde dabei von Nationalspieler Kürsat Özdemir unterstützt.
Was ist Goalball?
Goalball wird auf einem volleyballgroßen Spielfeld (9 × 18 m) gespielt. Die Tore erstrecken sich über die gesamte Grundlinie und sind 1,30 m hoch. Gespielt wird drei gegen drei mit einem 1.250 g schweren Ball, in dessen Innerem sich Glöckchen zur akustischen Wahrnehmung befinden. Das eigene Tor wird mit der gesamten Körperlänge verteidigt, und alle Spieler tragen während des Spiels ausnahmslos lichtundurchlässige Brillen. Die Orientierung erfolgt ausschließlich durch gute Kommunikation und tastbare Linien auf dem Boden.Der Ball erreicht dabei Spitzengeschwindigkeiten von über 80 km/h. Da ein Team pro Angriff maximal zehn Sekunden Zeit hat, entwickelt sich für Spieler wie Zuschauer ein rasantes, dynamisches Spiel mit vielen hochklassigen Torchancen und teils spektakulären Paraden. Hat eine Mannschaft einen Vorsprung von zehn Toren, wird das Spiel vorzeitig beendet.Goalball ist überdies eine inklusive Sportart – auch Menschen ohne Sehbehinderung können national Goalball spielen.







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