SSG-Damen kämpfen sich zur Bronzemedaille in Chemnitz
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Marburger Goalballerinnen trotzen personellen Ausfällen und sichern sich Platz drei
Marburg/Chemnitz, 20.04.2026
Nach der Silbermedaille bei der Deutschen Damenmeisterschaft im vergangenen Jahr in Rostock stand die SSG Blista Marburg in diesem Jahr vor einer deutlich schwierigeren Ausgangslage. Mit Nationalspielerin Annkathrin Denker und der nach ihrem Studium aus Marburg weggezogenen Ida Popp fehlten dem Team gleich zwei wichtige Stammkräfte. Dennoch präsentierten sich die Marburgerinnen bei der Damenmeisterschaft in Chemnitz kämpferisch und sicherten sich am Ende verdient die Bronzemedaille.
Insgesamt nahmen sechs Mannschaften teil, gespielt wurde im Modus „jeder gegen jeden“.
Kämpferischer Auftakt
Im ersten Spiel am Samstag traf die SSG auf den Gastgeber Chemnitzer BC. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnte sich Chemnitz zunächst mit 3:1 absetzen. Die Marburgerinnen blieben jedoch defensiv stabil und zeigten Moral. Die ehemalige Nationalspielerin Stefanie Behrens, die bereits ihre aktive Karriere beendet hatte, brachte die SSG mit wichtigen Treffern zurück ins Spiel und sicherte mit dem 3:3-Ausgleich einen wichtigen Punkt.
Jugendnationalspielerin Dunja Radaideh zeigte sich im Interview Anschluss selbstkritisch und betonte, dass sich die Mannschaft aus dieser Partie mehr erhofft hatte.
Im zweiten Spiel des Tages traf Marburg auf die Füchse Berlin. Lange entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, ehe die SSG ab Mitte der zweiten Halbzeit deutlich besser ins Spiel fand. Mit konsequentem Offensivspiel gelang es den Marburgerinnen immer wieder, die Berliner Defensive zu überwinden. Am Ende stand ein deutlicher 10:2-Erfolg.
Am Samstagabend wartete mit dem RGC Hansa Rostock der Titelverteidiger. Die Rostockerinnen hatten ihre ersten beiden Spiele ohne Gegentor gewonnen und bestätigten ihre Favoritenrolle auch gegen Marburg. Die SSG musste sich deutlich mit 1:8 geschlagen geben. Für den einzigen Marburger Treffer sorgte Soraya Schnabel, die damit als erste Spielerin des Turniers die Rostocker Abwehr überwinden konnte.
Nach dem ersten Turniertag war für die SSG zwischen Rang zwei und vier weiterhin alles möglich.
Starke Nerven am Sonntag bringen Bronze
Am Sonntagmorgen traf Marburg mit dem BVSV Nürnberg auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Medaillenränge. Vor allem Centerspielerin Jelan Alkhalaf überzeugte mit einer herausragenden Defensivleistung und entschärfte zahlreiche Nürnberger Angriffe. Nürnberg führte bis kurz vor Schluss mit 2:1, ehe Marburg in den letzten Sekunden noch den viel umjubelten Ausgleich zum 2:2 erzielte.
Damit war vor dem abschließenden Spiel gegen die Black Bulls Schwerin klar: Ein Sieg würde die Bronzemedaille bedeuten.
Zur Halbzeit stand es noch 2:2, doch in der zweiten Hälfte drehte die SSG noch einmal auf. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung setzten sich die Marburgerinnen schließlich deutlich mit 8:3 durch und sicherten sich Rang drei.
Den Meistertitel gewann erneut der RGC Hansa Rostock, während sich Nürnberg mit zehn Punkten die Silbermedaille sicherte.
„Die Mannschaft hat großen Charakter gezeigt“
Trainer Lucas Daniel zeigte sich nach dem Turnier stolz auf sein Team:
„Nach den personellen Ausfällen war das für uns eine besondere Herausforderung. Umso höher ist diese Bronzemedaille einzuschätzen. Die Mannschaft hat großen Charakter, starke Moral und viel Zusammenhalt gezeigt. Gerade nach schwierigen Phasen haben wir immer wieder Antworten gefunden. Darauf können wir sehr stolz sein.“
Was ist Goalball?
Goalball wird auf einem volleyballgroßen Spielfeld (9 × 18 m) gespielt. Die Tore erstrecken sich über die gesamte Grundlinie und sind 1,30 m hoch. Gespielt wird drei gegen drei mit einem 1.250 g schweren Ball, in dessen Innerem sich Glöckchen zur akustischen Wahrnehmung befinden. Das eigene Tor wird mit der gesamten Körperlänge verteidigt, und alle Spieler tragen während des Spiels ausnahmslos lichtundurchlässige Brillen. Die Orientierung erfolgt ausschließlich durch gute Kommunikation und tastbare Linien auf dem Boden.
Der Ball erreicht dabei Spitzengeschwindigkeiten von über 80 km/h. Da ein Team pro Angriff maximal zehn Sekunden Zeit hat, entwickelt sich für Spieler wie Zuschauer ein rasantes, dynamisches Spiel mit vielen hochklassigen Torchancen und teils spektakulären Paraden. Hat eine Mannschaft einen Vorsprung von zehn Toren, wird das Spiel vorzeitig beendet.
Goalball ist überdies eine inklusive Sportart – auch Menschen ohne Sehbehinderung können national Goalball spielen.







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