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Dienstag, 31.12.2019 16:07 Alter: 17 Days

Bronze bei Parkinson Tischtennis WM für Hesse Harry Wissler


 

Bei der Parkinson-WM vom 11. bis 13. Oktober 2019 in Pleasantville, New York ging es nicht nur um Titel und Preise. Mit diesem neuen Turnier wollen die Organisatoren und die ITTF (International Table Tennis Federation) darauf aufmerksam machen, dass Tischtennis selbst auf solch schwere, unheilbare Krankheiten wie Parkinson einen positiven Einfluss haben kann.



Auch mit dabei war Harry Wissler aus Niddatal-Ilbenstadt. Als einziger Starter des HBRS reiste er gemeinsam mit vier anderen Deutschen in die USA zur ersten Parkinson Tischtennis WM überhaupt. Eingeteilt wurden die Spieler des Turniers in insgesamt drei Gruppen, je nach Stärke der Beeinträchtigung durch die Parkinson Krankheit.

Nach zwei Turniertagen konnte sich Wissler die bronzene Medaille in der Startklasse drei und somit einen herausragenden dritten Platz bei der Weltmeisterschaft sichern. 

Doch wieso genau macht das Tischtennis spielen gerade bei Parkinson Betroffenen Sinn? Im Gespräch mit Harry Wissler, der im übrigen für den TTC Ilbenstadt 1976 startet und auch im Hessischen Behinderten- und Reha-Sportverband (HBRS) im Handicap-Tischtennis spielt, sprachen wir über die positiven Einflüsse des Tischtennis auf Parkinsonerkrankte.

Tischtennis, so berichtet uns Wissler, kann nicht nur dabei helfen, trotz schwerer Krankheit sozialen Anschluss zu halten und somit sein Selbstbewusstsein zu stärken,  sondern hat auch therapeutische Auswirkungen. Durch das Tischtennisspielen werden sowohl die Auge-Hand-Koordination als auch das Konzentrations- und Reaktionsvermögen gefördert. Die durch den Dopaminmangel bei Parkinson beeinträchtigten bewußten Bewegungsabläufe werden durch reflexorientierte und große Bewegungsabläufe trainiert und verbessern nachhaltig die Motorik. Stichwort hierzu : neuronale Plastizität. Für Parkinson Betroffene eignet sich Tischtennis somit hervorragend als Reha Sport. Die beim Tischtennis so wichtige Hand-Auge-Koordination fördert nicht nur die Motorik, sondern auch die Wahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit.
Selbst wenn es derzeit noch keine wissenschaftlichen Beweise gibt, sind sich alle Betroffenen, die es ausprobiert haben, sicher: Die fortschreitende Verschlechterung der Symptome der Parkinson-Krankheit kann durch das Spielen von Tischtennis als physikalische Therapie verlangsamt werden.Zudem beobachten einige Teilnehmer, dass sich nach einer Tischtennis-Einheit die nachfolgend erforderliche Medikamentendosis reduziert. Vor dem Hintergrund, dass mit fortschreitender Erkrankung die Wirkungsdauer der heute bekannten Parkinson-Medikamente nachlässt, kann Tischtennis also das Potential haben, die Dauer der Medikamentenwirksamkeit zu verlängern.

 

Die Weltmeisterschaft in der USA und zukünftige Landesmeisterschaften sowie der Internet-Auftritt pingpongparkinson.de.  dienen als Werkzeug, um die an Parkinson Erkrankten aus ihrer Isolation zum Tischtennis als Reha-Sport zu bringen.

 

Bericht: Sebastian Schiller