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Donnerstag, 05.09.2019 02:01 Alter: 11 Days

Tischtennis Paralympischer Trainingsstützpunkt Heuchelheim

Ganz Heuchelheim freut sich mit


Anerkennung als Paralympischer Trainingsstützpunkt für Tischtennis

 Die rasante Entwicklung der TSF Heuchelheim im Tischtennissport für Behinderte hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Vom Deutschen Behindertensportverband wurde Heuchelheim nun als Paralympischer Trainingsstützpunkt (PTS) für Tischtennis anerkannt. Neben Düsseldorf ist Heuchelheim damit der zweite Stützpunkt für Para-Tischtennis in Deutschland. 

Zur Würdigung dieser besonderen Anerkennung hatten die TSF Heuchelheim zu einem Pressetermin eingeladen. Jonathan Kollmar (TSF-Bereichsleiter für Öffentlichkeitsarbeit) stellte die Veranstaltung unter das Motto: „Mit dem PTS über Heuchelheim nach Tokio.“ Das beinhaltet neben  dem erhofften Weg der Sportlerinnen und Sportler auch den Gültigkeitszeitraum der Ernennung, die sich stets nach dem aktuellen paralympischen Zyklus richtet. Dieser endet mit dem Jahr 2020, in dem die Paralympischen Spiele in Tokio stattfinden. 

Der 1. TSF-Vorsitzende Wolfgang Schleer zeigte sich in seinen einleitenden Worten sehr erfreut über das Engagement der Tischtennis-Abteilung und die damit verbundene Anerkennung als Trainingsstützpunkt. Heuchelheims Bürgermeister Lars-Burkhard Steinz stimmte ein und sagte: „Ganz Heuchelheim freut sich mit.“ Weiter führte er aus: „Die Gemeinde war frühzeitig in die Planungen eingebunden und hat das Projekt begrüßt und gefördert.“ Besonders wichtig ist dabei die Modernisierung der über 40 Jahre alten Heuchelheimer Sporthalle. Diese wurde bereits mit einer den Ansprüchen angemessenen LED-Beleuchtung ausgestattet. „Das war zwar teuer, aber dafür sinkt auch der Stromverbrauch“, so Steinz.

Die treibenden Kräfte bei der Einrichtung des Trainingsstützpunkts waren und sind Fabian Lenke und die Tischtennis-Abteilungsleiterin Christine Lenke. Als Tischtennis-Landestrainer des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands weiß Fabian Lenke, welche Möglichkeiten ein solcher Stützpunkt bieten kann. Bereits seit 2016 befindet sich das Landesleistungszentrum seines Verbandes in Heuchelheim. So folgten die Bemühungen zur Ernennung als Paralympischer Trainingsstützpunkt für Deutschland. Dafür mussten mehrere Kriterien erfüllt werden. Zu diesen gehörte, dass es im Einzugsbereich möglichst viele Athletinnen und Athleten gibt, deren leistungssportliche Karriere gefördert werden soll. Zu den Namen auf der Heuchelheimer Liste gehörten die heimischen Nachwuchstalente Elias Monden und Rollstuhl-Tischtennisspielerin Frieda Dietz. Monden gewann im März bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Para-Tischtennis Gold im Doppel und Bronze als Solist. 

Letztlich entsprach Heuchelheim allen Anforderungen und erreichte die Anerkennung durch den Deutschen Behindertensportverband, der dabei in Absprache mit dem Bundesinnenministerium handelt. „An die Ernennung sind allerdings keine finanziellen Mittel gebunden“, erklärte Fabian Lenke. Die Budgetverwaltung ist für den Landestrainer „mein tägliches Brot, weshalb ich auch für jeden Sponsor dankbar bin.“ Zu seinen Hauptaufgaben zählt er außerdem die organisatorische und strukturelle Arbeit. „Wir haben eine Struktur, die mit verschiedenen Spots über ganz Hessen verteilt ist. Heuchelheim ist dabei jetzt ein großer Standort.“

Zudem gibt es seit 2018 noch ein starkes Zugpferd in den Reihen der TSF Heuchelheim. Dies ist der mehrfache Paralympicssieger, Welt- und Europameister Jochen Wollmert. Er hat sich auch für den PTS in Heuchelheim eingesetzt. Zu seinen Beweggründen dafür sagte Wollmert: „Stützpunkte bringen etwas, weil dort spezifischer trainiert werden kann. Bei dem ersten PTS in Düsseldorf war es allerdings nicht komplett so, wie ich es mir vorstelle. Für Heuchelheim spricht, dass ich Fabian Lenke von früher kenne und weiß, wie zielstrebig ist.“ Für Lenke wiederum ist die Einsatzbereitschaft von Wollmert ein Glücksfall. Er meint: „Jochen ist ein Vorbild für alle, die nachkommen. An ihm kann sich der Nachwuchs orientieren“.

Beide sehen den Tischtennissport für Behinderte auf einem guten Weg. „Es hat beim Para-Tischtennis eine starke Entwicklung gegeben. Als ich 2011 als Landestrainer angefangen habe, hatten wir in Hessen 15 Sportler. Jetzt sind es etwa 90“, sagte Lenke. Wollmert ergänzte: „Früher gab es in Deutschland keinen hauptamtlichen Trainer. Erst seit 2009 haben wir einen“. 

Momentan bemüht sich der 54-Jährige um die Qualifikation für seine achte Teilnahme an den Paralympischen Spielen. Er gab einen kurzen Einblick, welcher Aufwand dafür nötig ist. Diesen leistet er neben seiner Arbeit für eine Krankenkasse. Dementsprechend betrachtet er sich auch als Amateur, während es in anderen Nationen Vollprofis gibt. Dies verdeutlichte er mit einem Vergleich: „Ich habe für meinen Paralympicssieg 5000 Euro bekommen. Ein Spieler in Thailand hat eine Million erhalten.“