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Mittwoch, 12.07.2017 12:47 Alter: 133 Days

Internationale Deutsche Meisterschaft Schwimmen vom 6. bis 9. Juli 2017 in Berlin


Vom 6. bis 9. Juli trafen sich paralympische Spitzenschwimmer und Nachwuchsathleten in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europa-Sportpark zu den Wettbewerben der Internationalen Deutschen Meisterschaft 2017. Über 600 Athleten aus 52 Nationen nahmen auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Mexiko-Stadt an den Wettkämpfen teil. Die IDM ist nicht nur die weltweit größte Schwimmveranstaltung nach den Paralympics und der WM, sondern in diesem Jahr auch zum ersten Mal Bestandteil der neuen Para Swimming World Series nach Kopenhagen, Sheffield, Sao Paulo und Indianapolis. Berechnet wurden die Platzierungen in Berlin mit dem paralympischen Punktesystem, welches die verschiedenen  Behinderungen vergleichbar macht. 

Vom Schwimmteam des HBRS waren 8 Schwimmer in Berlin, die sich für ihre Strecken im Vorfeld qualifiziert hatten. Drei Athleten starteten für den VSG Darmstadt 1949.

Daniel Simon, der am Olympiastützpunk in Berlin trainiert hat gleich am ersten Wettkampftag über 50 m Freistil in 25,57 Sek. die Silbermedaille in seiner Startklasse gewonnen. Er verpasste Gold um nur ein Hundertstel hinter Stephen Clegg aus Großbritannien. „Dass es so knapp war ist sehr schade, aber nicht zu ändern“ bedauerte der Eberstädter direkt nach dem Rennen. Der Kasache Anuar Akhmetov belegte Rang drei.

Mit einem deutschen Rekord trumpfte der sehbehinderte Student am nächsten Tag auf und erkämpfte sich über die 50 m Bruststrecke in 31,54 Sek. die ersehnte Goldmedaille und den Titel „Internationaler Deutscher Meister 2017“ vor Uladimir Izotau aus Weißrußland und dem Italiener Fabrizio Scottile.

Eine weitere Silbermedaille über 50 m Schmetterling in 27,67 Sek. kam zur Medaillensammlung hinzu . Mit dieser Zeit konnte sich Simon für das multi-disability A-Finale qualifizieren und steigerte sich hier auf 27,02 Sek., seinen zweiten deutschen Rekord dieser Meisterschaften.

Zwei Bronzemedaillen über 100 m Brust (1:13,93 Min.) und über 50 m Rücken (31,20 Sek.) komplettierten die Erfolgsbilanz des Wochenendes für den 28jährigen.

Schon das sechste Jahr in Folge war die ebenfalls für den VSG Darmstadt startende Katharina Ganz mit in Berlin. Die stark lernbeeinträchtige 19-Jährige wird seit einem Jahr in der offen, das heißt im großen internationalen Feld gewertet und war insgesamt sieben Mal einzeln am Start.  „Auch ohne Finalteilnahme freue ich mich über die neuen Bestzeiten, vor allem in den Bruststrecken“, kommentierte die sehr zufriedene Schwimmerin am letzten Wettkampftag.

Frank Schmitt (VSG Darmstadt) belohnte sich mit zwei Silbermedaillen über 50 Meter Rücken und Schmetterling in der Altersklasse Masters 2 für seine durchweg sehr guten Zeiten bei allen Starts. „Die Staffeln haben am mir meisten Spaß gemacht“, meinte der beinamputierte 56-jährige Routinier. Dem schließt sich Bernd Heyrodt (Jg. 1959) vom TSG 1887 Kassel an, der am Samstag über 50 Meter Freistil und 50 Meter Brust ebenfalls zwei Medaillen in der Masters 2 Wertung mit nach Hause nahm.

In der Startklasse AB (Allgemeine Behinderung), die es nur in einzelnen Nationen gibt, hatte der HBRS vier Athleten ins Rennen geschickt. Abgesehen von Bernd Heyrodt waren Kim Snyder,  Valentin Trabert und Yannick Pelikan zum ersten Mal bei der IDM am Start und zeigten sich sehr beeindruckt von der großen Schwimmhalle und dem internationalen Starterfeld. 

Valentin Leon Trabert (Jg. 2005) von  der SG Wetterau zeigte seine Stärken auf den Schmetterlingstrecken. Auf der anspruchsvollen und wenig geschwommenen 200 Meter Distanz stellte er einen neuen deutschen Rekord in 3:29,22 in seiner Startklasse AB auf. Nach nur kurzer Pause unterstützte er die 4x100 Meter Lagen-Staffel des HBRS wieder auf der Schmetterlingstrecke. Mit insgesamt 5 Medaillen im Gepäck fuhr der 12-Jährige in den wohlverdienten Urlaub.

Yannick Pelikan (Jg. 2001) vom Ersten Offenbacher SC war nach 10 Einzel- und drei-Staffelstarts besonders stolz, dass er die Sprintstrecke 50 Meter Freistil unter 28 Sekunden schwamm. Außer 7 Medaillen für die sehr guten Leistungen in seiner Startklasse AB war auch noch eine ganz besondere Bronzemedaille für 200 Meter Freistil in der Wertung Nationaler Jugendmeister im Gepäck. Yannick qualifizierte sich über die Vorläufe für das international besetzte Jugendfinale über 200 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling.

Kim Snyder (Jg. 2001) vom VFS Rödermark gelang bei insgesamt 11 Einzelstarts, 5mal der Sprung ins deutsche Jugendfinale. Sie war in ihrer Startklasse (AB) über die Strecken 100B, 100F, 50R, 50B, 400Fund 100R von keiner ihrer Konkurrentinnen zu schlagen und belegte jeweils den 1. Platz. In den Wettkämpfen 50F, 200F und 200L erreichte sie jeweils den 2. Platz (AB). Sie freute sich mit ihrem Trainer Thomas Hoppe über den Deutschen Rekord (AB) über 50 Meter Rücken in der Zeit von 0:34,26. Zudem darf sie vier weitere ganz besondere Medaillen für ihre Platzierungen in der Nationalen Deutschen (Jugend-)Wertung mit nach Hause nehmen. 

Auch Sarah Alice Lange (Jg. 1999) vom VFS Rödermark unterstützte das Team des Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes um Landestrainer Thomas Hoppe, der aus seinem Kader verschiedene Staffeln für den HBRS zusammenstellte.

Bericht: Christiane Simon / Marie-Louise Ganz

Foto: Ingo Ganz

auf dem Foto: Marie-Louise Ganz (Fachwart Schwimmen), Yannick Pelikan, Kim Snyder, Bernd Heyrodt, Katharina Ganz, Daniel Simon, Sarah Lange, Frank Schmitt, Valentin Trabert, Thomas Hoppe (Landestrainer)